im Wintersemester 2011/12 bietet die KHG in Koperation mit der Pfarrei St. Bonifatius wieder die Abendgespräche für Sinnsucher an mit dem Titel "Mystik - Die Glut Gottes erfahren" - Herzliche Einladung an alle Interessierten zum letzten Termin im Wintersemester am Sonntag, den 5. Februar 2012, 19.00 Uhr zu Charles de Foucauld  ...

Mystik - Die Glut Gottes erfahren

 

 

Sonntag, 05. Februar 2012: Charles de Foucauld


jeweils 19.00 Uhr, KHG, Wilhelmstr. 28

 

Mystik

Die Glut Gottes erfahren

 



Abendgespräche für Sinnsucher


In einer Zeit der Suche nach dem größten Glück, dem sichersten Erfolg, nach einer persönlichen Wahrheit und idealen Lebenszielen, stellt sich die Frage, was sind meine inneren Kraftquellen und wie gehe ich mit meinen Gedanken um?

Die letzte Wahrheit kann nicht durch Denken, Worte oder Bücher vermittelt werden. Mystik, die es in allen Religionen gibt, ist ein Schlüssel zur ursprünglichen Erfahrung von Wirklichkeit und Transzendenz.

Die Abendgespräche geben Einblick in die Welt der Mystik, wie sie Frauen und Männer gestern und heute erfahren haben. Sie richten sich an spirituell Suchende, die „Gestalten“ der Mystik kennen lernen wollen.

Wir wollen versuchen, anhand einer Auswahl von Texten, jeweils einen zentralen Aspekt aus dem Werk eines Mystikers/ einer Mystikerin aufzugreifen und vorzustellen. Durch einen einführenden Impulse wollen wir den Zugang zur Person und ihrer Botschaft erleichtern. In der Auseinandersetzung mit den Texten geht es uns nicht um biographische Deteils, auch nicht um rein wissenschaftliche Analyse der Texte. Es geht uns darum, einen Zugang zur zentralen Erfahrung der Mystiker zu finden.

Es werden keine besonderen Voraussetzungen oder Kenntnis verlang, auch keine konfessionelle oder religiöse Bindung. Wenn sie Fragen an das eigene Leben haben, Lust am Lesen und am gemeinsamen Gespräch, dann sind sie richtig! Wir wollen ohne dogmatische Scheuklappen, kritisch und offen mit dem Gelesenen umgehen.


Wir möchten Sie einladen ...

  • In kleiner Runde über Gott ins Gespräch zu kommen.

  • Gleichgesinnte zu treffen.

  • An Hand von Texten verschiedener Autoren (Mystiker) ins Gespräch zu kommen. Alle Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.


Auf diesem Weg werden uns folgende Personen und Themen begegnen:

Johannes Tauler (ca. 1300-1361):

"Der göttliche Abgrund"


Der große Mystiker und Prediger Johannes Tauler (geboren um 1300 in Straßburg, gest. 16. Juni 1361 ebenda) gehört zum Dominikanerorden und ist neben seinem Zeitgenossen und Ordensbruder Meister Eckart einer der bedeutendsten Vertreter der spätmittelalterlichen deutschsprachigen Mystiker. Völlig zu Unrecht ist er nahezu in Vergessenheit geraten. In seinen besonders bildhaften und werbenden Predigten, die den Hörer bzw. Leser für seine Lebenslehre begeistern wollen, kreist er immer wieder um seine zentrale Botschaft: Wie der Mensch auf dem Weg der Demut, der Bescheidenheit und Gelassenheit die unmittelbare Begegnung und Einung mit Gott finden kann. Wie Meister Eckhart geht auch Tauler von der festen Überzeugung aus, dass Gott im "Grund" der menschllichen Seele dauerhaft - wenn auch gewöhnlich auf verborgene Weise - anwesend ist und dort erfahren werden kann. So wandeln sich Hektik in Gelassenheit, Macht und Gewalt in Liebe, Verzweiflung in Hoffnung und Vertrauen. Nicht der "ausgelassene", sondern der in seinen Grund "eingelassene" Menschen vermag den angestrebten Frieden der mystischen Vereinigung und Einung zu finden. Die "Einkehr" bedeutet aber keineswegs eine Vernachlässigung der im Alltagsleben zu erfüllenden Aufgaben. Vielmehr sollen tätiges und bschauliches Leben eine unauflösliche Einheit bilden. Seine Predigten sind erstaunlich aktuell und können auch heute jenen Hilfe bieten, die die Begegnung mit dem lebendigen Gott suchen.



Teresa von Avila (1515-1582):

"Die innere Burg"

Die große spanische Mystikerin Teresa von Ávila (geb. am 28. März 1515 in Ávila (Kastilien), gest. am 4. Okt. 1582 in Alba de Tormes bei Salamanca) war Karmelitin. Sie trat 1536 ohne das Wissen ihres Vaters in den Karmel von Ávila ein. Während einer dreijähigen schweren Krankheit erlernte sie das innere Gebet. Im Jahr 1554 erfuhr Teresa ihre endgültige Bekehrung und wollte von nun an in vollkommener Hingabe nur noch in Christus leben, ein Wunsch, der von ihrer Gemeinschaft nicht ganz ernst genommen wurde. Die frommen Bücher langweilten sie nicht weniger als das oligate Hersagen von Gebeten. Gegen viele Widerstände erhielt sie schließlich die Erlaubnis, in Ávila ein eigenes Kloster zu gründen, dem viele weitere Klostergründungen folgten. Teresa ist keine gewöhnliche Klosterfrau, sie ist ein Phänomen, das es nicht in jedem Jahrhunder gibt. Sie ist eine große Mystikerin von unerreichter Tiefe des Erlebens. Die Erfahrung des inneren Gebetes, in welchem sie übernatürliche und wunderbare Erleuchtungen erlebte, stehen im Vordergrund ihrer Mystik. Das innere Gebet, das sie für jeden nachvollziehbar hält, der sich darauf einlässt, führt zur Erfahrung der Freundschaft mit Gott. Die Gottesfreundschaft wird immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt ihres ganzen Lebens. "Gott allein zum Freund haben" - das ist das Charisma dieser Mystikerin und das Vermächtnis ihrer Botschaft.

 

 

Johannes vom Kreuz (1542-1591):

"Die mystische Nacht"

 

Der spanische Mystiker Johannes vom Kreuz (spanisch: Juan de la Cruz, eigentlich Juan de Yepes Álvares; geb. 24. Juni 1542 in Fontiveros bei Ávila (Kastilien), gest. 14. Dezember 1591 im Kloster Úbeda) stammte aus einer armen Weberfamilie. Eine Ausbildung in praktischen Berufen war von keinem Erfolg gekrönt, doch erwies er sich als tüchtiger Pfleger und Almosensammler für ein Hospital für Syphiliskranke. Er trat in den Karmelitenorden ein und lernte 1567 Teresa von Ávila kennen, für deren neues Ordensideal er sich begeisterte. Johannes wurde in die heftigen Auseinandersetzungen um das neue Ordensideal hineingezogen. In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1577 wurde er entführt und im Ordensgefängnis des Klosters Toledo eingekerkert, wo er als ´hartnäckiger Rebell´ entsprechend misshandelt und gedemütigt wurde. Diese Zeit wurde für ihn zur eigentliche Mitte seiner Gotteserfahrung und seiner daraus entstammenden visionär-mystischen Dichtung. Seine Gedichte gehören zum Besten, was je in kastilinischer Sprache gedichtet wurde.

 

 

Charles de Foucauld (1858-1916):

"Mystik der Wüste"

 

Der Eremit Charles Eugène Vicomte de Foucauld (dt. auch Bruder Karl von Jesus, geb. 15. September 1858 in Straßburg, gest. 1. Dezember 1916 in Tamanrasset, Algerien) war ein Mensch der Extreme. Im Laufe seines Lebens erprobte er völlig gegensätzliche Lebensformen, bis er schließlich in der algerischen Wüste zu seiner waren Bestimmung fand. Nach einer Jugend voller Skandale wurde er Soldat, dann ein französischer Nordafrika-Forscher, dann wieder Offizier des französischen Heeres, dann schließlich Priester und Mönch. Er wurde im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg vor seiner Eremitage auf dem Assekrem-Plateau (2780 m) im Ahaggar-Gebirge (80 km von Tamarasset im Süden Algeriens) von plündernden Tuareg ermordet. Schon während seiner Schulzeit führt Charles de Foucauld ein ausscheifenden Lebenswandel, der zu Skandalen Anlass gab. Das reiche Erbe seines Großvaters vergeudete er in wenigen Jahren bei Prostituierten und mit nahezu täglichen Trink- und Essorgien mit Freunden. Bereits 1873, im Alter von 15 Jahren, hatte Foucauld nach eigenem Bekunden jeglichen Glauben an Gott und die Kirche verloren. Seine Soldatenzeit in Algerien brachte ihn mit der arabischen Welt und dem Isalm in Berührung und weckte in ihm den Entschluss, Marokko, Algerien und Tunesien zu erforschen. Seine Forschungsreisen machten ihn international berühmt. Die Begegnung mit tiefgläubigen Muslimen weckte in ihm die Frage nach Gott, die ihn nun nicht mehr los lies. Am 30. Oktober 1886 vollzog sich ein weiterer radikaler Wandel in seinem Leben. Er legte eine Generalbeichte über sein bisheriges Leben ab, der Glaube gewann einen immer größeren Stellenwert in seinem Leben. Er wurde Trappist und Priester. Über das mönchische Leben in Syrien und Nazaret findet er endlich sein spirituelles Ziel in der Wüste von Algerien. In der algerische Provinz, wo es kaum Priester gab, errichtete er im Ahaggar-Gebirge in 2700 m Höhe eine Einsiedelei, um als Vermittler zwischen den dort lebenden Tuareg und den Franzosen zu wirken. Mission betrieb Foucauld nicht. Vom Schicksal des Einzelnen tief berührt, widmete er sich in der Wüste seiner spirituellen Entwicklung. Durch sein Leben radikaler Liebe zu Gott und den Menschen wurde er zum "Bruder aller Menschen" (frére universel), der allein in der Wüste eines gewaltsamen Todes starb. Die Tiefe seiner Gottesliebe und die Konsequenz seiner Jesus-Nachfolge sind heute hochaktuell und Herausforderung und Inspiration zugleich.

 

 

 

Termine

Abendgespräche

So., 30. Oktober 2011: Johannes Tauler

So., 27. Nov. 2011: Teresa von Avila

So., 15. Jan. 2012: Johannes vom Kreuz

So., 05. Feb. 2012: Charles de Foucauld


jeweils 19.00 Uhr

Ort: Kath. Hochschulgemeinde, Wilhelmstr. 28, 35392 Gießen

 

 

Leitung

Siegfried Karl, Dipl. theol. Sigrid Monnheimer, M.A.

(Hochschulseelsorger) (Gemeindereferentin)
Kath. Hochschulgemeinde Gießen Pfarrgemeinde St. Bonifatius

 

Kontakt und Anmeldung:

St. Bonifatius
Sigrid Monnheimer
Liebigstr. 28
35390 Gießen
Tel. : 0641 3994974
Fax. : 0641 56559920
Mobil : 0160 6358361
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Download Flyer und Anmeldung Abendgespräche

 

Texte für die Abendgespräche:


Download Text für Johannes Tauler

Download Text Teresa von Avila

Download Text Johannes vom Kreuz

Download Text Charles de Foucauld